Google rollt ein wichtiges Update aus, wie Nutzer Suchverlauf und Personalisierung über suchbezogene Dienste steuern. Neu sind zwei Kontoeinstellungen. Search Services History und Personalized Recommendations.
Die Änderung betrifft mehrere Google-Produkte, darunter Search, Maps, Shopping, Flights, Hotels, Translate und News. Laut Google erfolgt die Einführung schrittweise in den kommenden Monaten. Ziel ist eine feinere Kontrolle darüber, wie suchbezogene Aktivität gespeichert und genutzt wird.

Was ändert sich?
Bisher wurden Suchverlauf und Personalisierung für viele Google-Dienste vor allem über die Einstellung Web & App Activity gesteuert. Im neuen System trennt Google diese Steuerung in zwei unabhängige Einstellungen.
- Search Services History
- Personalized Recommendations
Google sagt, Nutzer sollen unabhängig entscheiden können, ob Suchinteraktionen gespeichert werden und ob sie zur Personalisierung genutzt werden.
Das Unternehmen merkt an, dass die neuen Einstellungen zunächst die bestehenden Präferenzen übernehmen. Wer Web & App Activity aktiviert hat, findet Search Services History nach dem Wechsel in der Regel ebenfalls aktiviert.
Search Services History umfasst mehr als Suchanfragen
Ein auffälliger Punkt des Updates ist Googles erweiterte Definition von Suchverlauf.
Laut der Google-Hilfedokumentation kann Search Services History Folgendes enthalten.
- Suchanfragen
- Informationen von Websites, die über Search-Dienste besucht wurden
- Generative KI-Antworten
- Allgemeine Standortinformationen
- Bilder, die über Google Lens hochgeladen wurden
- Dateien, die während der Suche hochgeladen wurden
- Sprachsuchen
- Audio- und Videointeraktionen
- Search Live-Gespräche
- Aufnahmen aus dem Speaking Practice in Translate
Google beschreibt diese Ergänzungen als nötig, um neuere Sucherlebnisse zu unterstützen, darunter visuelle Suche, konversationelle Suche und KI-gestützte Funktionen.
Neue Unteroption Save Media
Neben Search Services History führt Google eine neue Unteroption Save Media ein.
Wenn sie aktiviert ist, können Medien aus Interaktionen mit Search-Diensten im Kontoverlauf gespeichert werden. Beispiele sind.
- Bilder aus Google Lens
- Hochgeladene Dateien
- Audioaufnahmen
- Videoinhalte, die mit Search-Interaktionen verknüpft sind
Google sagt, Nutzer können frühere visuelle Suchen erneut aufrufen, Gespräche fortsetzen und frühere Interaktionen über unterstützte Dienste hinweg nutzen.
Save Media lässt sich unabhängig deaktivieren. Einzelne gespeicherte Medien können aus dem Verlauf gelöscht werden.
KI-Entwicklung und Serviceverbesserung
Laut Google-Dokumentation kann Search Services History genutzt werden, um.
- Google-Dienste bereitzustellen
- Produkte zu entwickeln und zu verbessern
- Sicherheitssysteme zu stärken
- generative KI-Modelle zu trainieren
Ist Search Services History ausgeschaltet, wird künftige Aktivität in Search-Diensten laut Google nicht zum Training generativer KI-Modelle genutzt, es sei denn, der Nutzer gibt freiwillig Feedback.
Google stellt außerdem fest, dass Daten für das KI-Training vor der Modellentwicklung von den Google-Konten der Nutzer getrennt werden.
Das Unternehmen setzt zudem automatische Filtersysteme ein, die identifizierende und sensible Informationen entfernen sollen. Bevor Medien mit geschulten Dienstleistern zur menschlichen Prüfung im Rahmen der Modellverbesserung geteilt werden, wird um Erlaubnis gebeten.
Personalized Recommendations wird zur eigenen Einstellung
Die zweite neue Einstellung, Personalized Recommendations, steuert, ob Google Kontoinformationen nutzt, um Erlebnisse über Search-Dienste hinweg anzupassen.

Laut Google können personalisierte Empfehlungen Folgendes beeinflussen.
- Suchergebnisse
- News-Feeds
- Inhaltsvorschläge
- KI-generierte Antworten
- Themenempfehlungen
- ortsbezogene Relevanz
Google sagt, Personalisierung kann je nach Kontoeinstellungen auf Search Services History, Profilinformationen und andere gespeicherte Aktivität über Google-Produkte hinweg zurückgreifen.
Wer häufig zu einem Thema sucht, sieht möglicherweise mehr verwandte Inhalte. KI-Funktionen können Antworten erzeugen, die frühere Interessen oder Suchverhalten widerspiegeln.
Was ist nicht enthalten?
Google stellt klar, dass Search Services History nur für bestimmte suchbezogene Produkte gilt.
Die Einstellung steuert nicht den Verlauf von.
- Gemini Apps
- YouTube
- Google Assistant
- Chrome-Browserverlauf und Sync-Funktionen
Diese Dienste laufen weiter unter eigenen Aktivitäts- und Verlaufseinstellungen.
Bestehende Nutzereinstellungen werden übernommen
Beim Übergang bestimmen laut Google die bisherigen Entscheidungen den Anfangszustand der neuen Einstellungen.
Beispiele sind.
- War Web & App Activity aktiviert, ist Search Services History in der Regel aktiviert.
- War Search Personalization aktiviert, ist Personalized Recommendations in der Regel aktiviert.
- Waren beide Einstellungen zuvor deaktiviert, bleiben die neuen Einstellungen deaktiviert.
Bestehende Auto-Lösch-Präferenzen bleiben erhalten. Nutzer können weiter wählen, wie lange Verlauf gespeichert wird.
Was Nutzer prüfen sollten
Wenn das Update mehr Konten erreicht, sollten Nutzer, die ihre Datenschutzpräferenzen verstehen oder anpassen wollen, Folgendes prüfen.
- Search Services History
- Save Media
- Personalized Recommendations
- Auto-Lösch-Einstellungen
Laut Google lassen sich all diese Steuerungen in den Datenschutzeinstellungen des Google-Kontos verwalten.
Branchenkontext
Das Update kommt, während Suchplattformen verstärkt KI-gestützte Erlebnisse, multimodale Suche, Bilderkennung, Sprachinteraktion und konversationelle Oberflächen einbinden.
Wenn Suchverhalten über Textanfragen hinausgeht, steigt der Druck auf Unternehmen, klarere Kontrolle darüber zu bieten, wie Nutzerdaten, hochgeladene Medien und KI-Interaktionen erfasst, gespeichert und genutzt werden.
Google beschreibt die neuen Einstellungen als Schritt zu direkterer Nutzerkontrolle über diese Entscheidungen, bei gleichzeitigem Zugang zu personalisierten und KI-gestützten Funktionen.
Quellen
- Google Support. Search Services History & Personalized Recommendations
https://support.google.com/websearch/answer/17025248 - Google Account Privacy Controls
https://myaccount.google.com - Google Privacy Policy
https://policies.google.com/privacy